Eine in vier monochrome schwarze Flächen eingebettete Ansicht einer Szenerie eines “exotischen” Gartens füllt die gesamte Rückwand von Tina Ribarits’ Auslage und lässt erst bei genauerem Betrachten erkennen, dass es sich nicht um eine (kolonial)historische Aufnahme, sondern eine künstlich angelegte Landschaft handelt, die zwar den Blick des/der BetrachterIn in die Tiefe führt, ohne jedoch ein tatsächliches Betreten zu erlauben.

In Bernhard Hosa's Arbeit wird eine 3 Meter lange, gespaltene Holzplatte zwischen zwei Schallungsplatten gepresst. Diese erscheint nur auf den ersten Blick wieder intakt und verweist auf die Tendenz zur “Verdrängung”, oberflächlichen Ästhetisierung und Exklusion, wie sie im öffentlichen Umgang mit “ungewollten” Themen teilweise feststellbar ist.

Die Auslage als Bühne. Durch einen schwarzen Vorhang, Lorbeersträucher und Projektionen, suggeriert Claudia C. Linder die Illusion einer Show und ihrer Stars: auf der Bühne statt eines Scheinwerfers eine Projektion. Schatten einer Reflektion eines Abbilds einer Illusion. Ein Fuss in einem Stöckelschuh ein wenig schräg vor den anderen gestellt. Die Schultern verdreht. Eine Formation hüpfender, tanzender Frauen. Dem Publikum zugewandt Verbogen, gesteppt, genäht, gerafft und eingehalten. Und wer verleiht an wen die Auszeichnungen?

Markus Proschek's Installation “ORANUR” bezieht sich auf Wilhelm Reichs Experimentserie Orgone Against Nuclear Radiation. Ein apotropäisches Bild des Unbehagens über eine nicht Sichtbare Bedrohung: eine Bleiskulptur, in den Pranken eine leicht radioaktive Uranglasdose aus den 1920er Jahren haltend.

In der Arbeit von Marcel Dickhage & Cathleen Schuster bauen mit ihrer Arbeit einen narrativen Zusammenhang zwischen den einzelnen Elementen und dem Betrachter auf. Eine Dia-Projektion zeigt refotografierte Bilder aus einem Buch, die das Mississippi-Delta in den 70er Jahren zeigen. Der Text stellt eine Collage aus selbstgeschriebenem und angeeignetem dar (Passagen aus dem Roman "Morels Erfindung" von Adolfo Bioy Casares, Textfragmente aus dem abfotografierten Buch, Absätze aus Zeitungsartikeln über die Ölkatastrophe der "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko in 2010, welche das Mississippi-Delta in Mitleidenschaft zog). Die Projektionen in "Morels Erfindung" zeigen vor allem Menschen, aber auch die Natur (Sonne, Mond). Die Bilder unserer Projektion zeigen eine intakte, wilde Natur. Die Regalelemente sind in Auseinandersetzung mit dem Ort entstanden.

In der Arbeit von Herbert de Colle wird dem Betrachter der Einblick in die Auslage durch Plakate vollständig verwehrt. Auf diesen Plakaten finden wir eine Konzertankündigung, die nach 43 Jahren noch einmal die Verbindung zwischen Charles Manson und den Beach Boys sichtbar macht, die 1968 dessen Song „Never learn not to love” interpretiert haben.